Geschichte

 

Im Güterverzeichnis der Abtei Prüm wird 893 in der Rubrik 55 „Von Iversheim“ ein Waldteil zwischen appenhert und murkensceit erwähnt, der groß genug für die Mast von 200 Schweinen war. Es wird angenommen, dass in diesem Wald durch Rodung der Ort Mutscheid entstand, der 1222 als Lehen der Abtei Prüm gemeinsam mit dem Patronatsrecht an der Kirche an den Grafen von Vianden ausgegeben war. Der Graf von Vianden wiederum hatte dieses Lehen seinerseits an Warimbold von Are ausgegeben. Schon 1222 hatte Mutscheid als Siedlungsschwerpunkt das wesentlich ältere Hospelt abgelöst. Im Zuge der Are-Hochstadenschen Schenkung von 1246 fiel Mutscheid an Kurköln. Bis 1794 bildete es mit den Orten des Kirchspiels sowie Rupperath und Hünkhoven einen Dingstuhl genannten Gerichtsbezirk im kurkölnischen Amt Hardt. Lange Zeit umfasste der Ort keine anderen Gebäude als die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule und die Gaststätte.

Von 1816 bis 1969 war Mutscheid eine selbständige Gemeinde, die aus folgenden 14 Orten bestand: Mutscheid, Ellesheim, Honerath, Willerscheid, Reckerscheid, Soller, Hummerzheim, Odesheim, Berresheim, Ohlerath, Hilterscheid, Sasserath, Nitterscheid und Esch. Seit 1969 ist der Ort ein Stadtteil von Bad Münstereifel. Die Kirche St. Helena wird im Kommentar zum Prümer Urbar im Jahre 1222 erstmals erwähnt. Sie ist eine der Sendkirchen im Ahrgauer Dekanat. Um 1300 wird sie im Liber valoris als Pfarrkirche genannt. Das Recht, den Pfarrer zu präsentieren, besaßen nach 1539 die Herren von Orsbeck zu Wensberg, die neben der Pfandschaft Mutscheid ab 1571 auch noch die Pfandschaft Effelsberg besaßen. Von 1664 bis zum Ende des Alten Reiches lag das Patronatsrecht in den Händen derer von Gymnich zu Vischel, die auch den Ort Wald bei Houverath besaßen. Erst aus der Zeit um 1500 stammt der gegenwärtige Kirchenbau. Der Westturm wird auf 1500 datiert, während das Sakramentshaus die Jahreszahl 1517 trägt. Von den älteren Vorgängerbauten ist nichts bekannt. 1909/10 wurde der Erweiterungsbau geplant und errichtet, der dann 1911 konsekriert wurde.

Durch diese Erweiterung blieb die spätgotische Kirche weitestgehend erhalten, lediglich die nördliche Wand wurde durchbrochen. 1926 wurde der Altbau instand gesetzt und gleichzeitig der Turmhelm erneuert. Eine umfassende Renovierung der Kirche fand von 1960 bis 1965 statt.